Kaufen oder selber bauen? – Über die Vor- und Nachteile von Flexibilität in einer Business Intelligence Lösung

Gepostet von Sabina Mierzowski am 20.03.17 11:37

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Flexibility minubo.jpgMan kann mittlerweile guten Gewissens behaupten, dass Entscheider in Commerce-Organisationen genau wissen, wie wichtig die eigenen Daten sind: Nur wer seine Daten richtig nutzt, kann die eigene Commerce-Organisation erfolgreich führen und seine Wachstumsziele erreichen.

Genau das ermöglicht Business Intelligence. Grundlage dafür ist ein Data Warehouse, in welchem die Daten aus den im Unternehmen eingesetzten Systemen zusammengeführt und modelliert werden. Doch wie mit vielen Anwendungen im Softwarebereich stellt sich den meisten Commerce-Organisationen auch hier die Frage: „Kaufen oder selber bauen?“Warum sich diese Frage in Unternehmen überhaupt stellt, hat einen einfachen Grund: Selbstgebautes und eigenständig Entwickeltes ist in der Regel besser an die eigenen Bedürfnisse angepasst als eine gekaufte standardisierte Lösung. Solche Aussagen hören auch wir bei minubo sehr oft. Dabei stellt sich uns oft die Frage, was Unternehmen unter dem Schlagwort „Flexibilität“ eigentlich verstehen. Und vor allem: Wie viel Bedeutung sollte eine Commerce-Organisation dem Faktor Flexibilität tatsächlich beimessen?

Was macht eine BI-Lösung flexibel?

Ein Problem des Flexibilitätsbegriffs ist, dass für jede Commerce-Organisation dabei andere Aspekte im Vordergrund stehen. Grundsätzlich kann der Begriff „Flexibilität“ im Zusammenhang mit einer BI-Lösung folgende Ebenen betreffen:

  • Datenherkunft: Welche Daten aus welchen Systemen werden in das Data Warehouse eingespeist?
  • Datenstruktur: Welche Entitäten werden aus den Rohdaten modelliert und in welchem Detailgrad werden sie verfügbar gemacht?
  • Kennzahlen und Attribute: Welche Kennzahlen und Attribute und wie werden diese definiert und berechnet?
  • Visualisierung: Wie werden die Daten dem Nutzer verfügbar gemacht bzw. dargestellt?

Auch die Datenhoheit und Sicherheit spielen immer wieder eine Rolle, wenn sich Unternehmen darüber Gedanken machen, eine Lösung zu kaufen oder selber eine zu entwickeln. Das hat per se nichts mit der Flexibilität zu tun, wird aber immer wieder damit in Verbindung gebracht.

Was kostet die Flexibilität einer selbstgebauten BI-Lösung?

Die ersten Kosten fallen schon vor Beginn der eigentlichen „Bauarbeiten“ an, nämlich bei der Frage, wer diese Eigenproduktion eigentlich entwickeln soll. Denn für den Bau einer eigenen BI-Lösung braucht es mehr als die hauseigene IT-Abteilung. Das liegt zum einen daran, dass die interne IT in der Regel schon mit ihren eigenen täglichen Aufgaben vollkommen ausgelastet ist. Zum anderen besitzt sie in der Regel nicht das erforderliche Spezialwissen. Es muss also zusätzliches Personal eingestellt werden, das sowohl fachlich als auch technisch über die passende Expertise verfügt. Dabei wird vor allem die Notwendigkeit eines fachlich versierten Projektleiters oft unterschätzt. Moderne Business Intelligence sollte nicht mehr von der hauseigenen IT aus geleitet werden, sondern von Business-Seite. Diese Rolle muss entweder eingekauft oder intern von anderen Aufgaben abgezogen werden. Beide Varianten verursachen zusätzliche hohe Personalkosten.

Darüber hinaus spielen die Server-Kosten eine große Rolle – die Daten müssen schließlich an einer Stelle gesammelt und verarbeitet werden. Dabei muss auch das Thema Skalierbarkeit im Auge behalten werden. Wer schnell wachsen will, tut dies in der Regel auch, vor allem, wenn mithilfe der BI-Lösung datengetrieben gearbeitet wird. Wer seine BI-Lösung dabei selber hosten will, muss das technische Knowhow besitzen, eine BI-Lösung skalierbar zu machen und sich ebenfalls darauf einstellen, dass die Architektur laufend gewartet werden muss (was wiederum zusätzliches Personal erfordert). Auch das Anmieten einer Cloud-Infrastruktur verringert die Problematik nicht. Zwar besitzt das Unternehmen den Server dann nicht selbst, aber das Hosting sowie die laufende Wartung der Architektur müssen selbst erledigt werden. Zusätzlich fallen hierbei noch hohe Mietkosten an.

Zeit ist ebenfalls ein entscheidender Faktor. Inhouse-BI-Projekte können gut und gerne mal mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Zeit, in der die Commerce-Organisation mit einer eingekauften Produktlösung längst mit den Insights aus den eigenen Daten hätte arbeiten können. Die gesetzten Wachstumsziele müssen für den Bau einer eigenen Lösung also erstmal zurückgestellt werden.

Flexibilität vs. Rentabilität – Nutzen einer eingekauften Produktlösung

Der Bau oder die Anschaffung einer BI-Lösung stellt immer eine Investition ins eigene Unternehmen dar. Und wie bei jeder Investition muss am Ende des Tages die Frage nach der Rentabilität gestellt werden. Alleine die Personalkosten für ein mehrköpfiges Experten-Team zur Entwicklung einer eigenen Lösung können bei bis zu 250.000 € pro Jahr liegen. Das muss die eigene, selbstgebaute BI-Lösung erstmal wieder einbringen.

Natürlich ist auch eine eingekaufte Produktlösung wie minubo mit Kosten verbunden. Doch liefert eine solche Lösung auch entscheidende (Kosten-)Vorteile:

  • Der Lösungsanbieter übernimmt die (Weiter-)Entwicklung und Wartung des Systems und seines Hostings und trägt dafür Sorge, dass die Architektur voll skalierbar bleibt.
  • Die eingekaufte Lösung ist sofort anwendbar und bietet damit eine erhöhte Zeitersparnis. Die Wachstumsziele können sofort verfolgt werden und Ergebnisse werden ebenfalls direkt sichtbar.
  • Die Produktentwicklung einer standardisierten Lösung basiert auf fachlicher und technischer Expertise im betreffenden Feld. Damit können Unternehmen sowohl fachliche als auch technische Fehler von vornherein vermeiden. Das BI-Projekt startet somit auf einer viel stabileren Basis.

Flexibilität der Commerce Intelligence Suite minubo

„Eine fertig eingekaufte, standardisierte Lösung kann nicht flexibel sein und ist deshalb ungeeignet“ – das ist ein Irrglaube. Wir bei minubo behalten uns vor zu behaupten, dass eine BI-Lösung einer Commerce-Organisation dann den größten Mehrwert bietet, wenn sie eine vernünftige Balance zwischen Standardisierung und individueller Gestaltung liefert: Eine gute Mischung aus Best Practices, von denen Commerce-Organisationen nur profitieren können, und individuell anpassbaren Features.

flexibility within minubo.jpgAuf dieser Balance basiert die Commerce Intelligence Suite minubo. Neben den standardisierten Komponenten bietet die Lösung zahlreiche flexible Elemente. Das beginnt bereits beim Datenmodell – mit der Generic API liefert minubo viel Spielraum, wenn es darum geht zu entscheiden, wann welche Daten aus welcher Datenquelle in das dazugehörige Data Warehouse eingespeist werden sollen. In Bezug auf Kennzahlen und Attribute bietet die Lösung ein standardisiertes Set an Kennzahlen und Attributen an, das anhand von Branchen Best Practices entwickelt wurde und durch den Kunden in gewissem Umfang konfiguriert werden kann.

Auch in Hinblick auf Datenzugriffsmöglichkeiten gibt es ein großes Flexibilitätspotenzial: minubo liegt ein hochkomplexes Datenmodell zugrunde, das hoch aggregierte Datenzugriffe für strategische Zwecke genauso ermöglicht wie Detailabfragen für den Analysten oder die operative Arbeit verschiedener Abteilungen. Außerdem ist die Generierung von Alerts und Handlungsempfehlungen sowie die direkte Anbindung an operative Tools möglich, z.B. Marketingautomatisierung. 

Auch die Visualisierung ist dadurch in gewissem Maße flexibel gestaltbar. minubo bietet die Möglichkeit, in Form von Dashboards die eignen Vorstellungen der Datenvisualisierung umsetzen zu können. Nicht zu vergessen sind auch die sofort einsetzbaren Reports und Analysen, die teilweise konfigurierbar sind – sie basieren auf Best Practices unserer Kunden und sind deshalb genau auf die Anforderungen von Omni-Channel-Händlern zugeschnitten.

Unschlagbare Flexibilität bieten die Daten Feeds bei minubo. Über die Feed API können die im Data Warehouse modellierten Daten in Excel oder andere Datenvisualisierungstool gespielt werden. In Excel besteht dann volle Flexibilität bei der Analyse – sowohl in Bezug auf die Kombination der Kennzahlen und Attribute als auf den Detailgrad der Betrachtung. Außerdem arbeiten wir bereits an einem Web Pivot – minubo User werden damit in der Lage sein, auch direkt in der App Ad-Hoc-Analysen durchzuführen. Dabei werden Funktionalitäten in minubo eingebaut, die vergleichbar sind zu den Excel Pivots.

Fazit

„Flexibilität“ kann im BI-Kontext also vieles bedeuten – sie kann sich auf die Datenquellen, die Datenstruktur, auf die Kennzahlen und Attribute oder auf die Visualisierung beziehen. Eine Commerce-Organisation sollte sich bei der Frage „kaufen oder selber bauen?“ vor allem darüber Gedanken machen, an welcher Stelle im Prozess Flexibilität tatsächlich wichtig ist bzw. wie viel Flexibilität in Hinblick auf die eigenen Unternehmensziele wirklich benötigt wird. Denn Flexibilität ist nicht zwingend der Schlüssel zum Erfolg, vor allem dann nicht, wenn man klare Anforderungen und Use Cases definiert hat und auf eine agile technische Infrastruktur setzt wie auch minubo sie bietet.

minubo ist nicht auf allen Ebenen vollkommen flexibel – das wollen wir auch gar nicht. Stattdessen sind wir stolz darauf, eine kuratierte Lösung anzubieten, die unseren Kunden den steinigen Weg des Ausprobierens, Suchens und Scheiterns erspart. Auf Basis unseres fachlichen und technischen Know-Hows ist eine Lösung entstanden, mit der Commerce-Organisationen ihre Wachstumsziele ohne Trial-and-Error und ohne die lange Durststrecke einer BI-Projekt-Laufzeit sofort datengetrieben verfolgen können – bei flexibler Konfiguration und Nutzung einzelner Komponenten.

Unser CEO Lennard Stoever bringt es sehr schön auf den Punkt: „Wer statt bei 0% bei 80% startet, hat mehr Zeit, sich (datengetrieben!) auf unmittelbar umsatzstiftende Themen zu konzentrieren“.


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Kategorien: minubo Team & Tool, BI, Kennzahlen, Daten, Omni-Channel Commerce